Toppmöller schockt Fans mit eiskaltem Auftritt: Keine Spur von Emotionen!
Nach vier sieglosen Spielen steht Eintracht Frankfurt vor einem wichtigen Heimspiel gegen den FC St. Pauli. Während Sportvorstand Markus Krösche nach der deutlichen 1:5-Niederlage gegen Liverpool scharfe Kritik an der Mannschaft äußerte, gab sich Trainer Dino Toppmöller auf der Pressekonferenz betont gelassen. Öffentlich verzichtete er auf laute Töne, betonte aber, dass intern klare Ansagen gemacht wurden.
Toppmöller hob hervor: „Ich sehe jetzt keinen Grund, große Emotionalität zu zeigen, indem ich Wut rauslasse.“ Allerdings habe er der Mannschaft klipp und klar vermittelt, was erwartet wird. Eine zentrale Botschaft lautete: „Wir müssen akzeptieren, dass Gegner wie Bayern oder Liverpool auch mal ein Spiel hier gewinnen. Aber es muss wehtun.“ Die richtige Mischung aus klaren Anweisungen und väterlicher Fürsorge sei bei dem jungen Team entscheidend.
Der Trainer setzt verstärkt auf Einzelgespräche, um die mentale Verfassung seiner Spieler zu stärken. Die letzten Wochen seien geprägt gewesen von Enttäuschungen, etwa nach dem 2:2 gegen Freiburg oder dem verspielten 6:4 nach 6:0-Führung in Gladbach. Deshalb sei es wichtig, mental wieder aufzubauen und das Selbstvertrauen zurückzugewinnen.
Als positives Beispiel nannte Toppmöller ausgerechnet den letzten Gegner: „Liverpool hatte viermal hintereinander verloren, was für so eine Mannschaft schon ungewöhnlich ist. Aber sie sind bei sich geblieben, auch in Rückstand.“ Diese Ruhe und Überzeugung wünscht er sich auch von seiner Mannschaft für die kommenden Wochen, um eine erfolgreiche Saison zu spielen und idealerweise erneut die Champions League zu erreichen.
Der Anspruch, wieder in die Königsklasse einzuziehen, wurde nach dem 5:1 gegen Galatasaray erstmals offen formuliert. „Wir haben nie gesagt, dass das das Ziel sein muss. Aber natürlich wollen wir da noch einmal rein“, erklärte Toppmöller. Dabei betonte er, dass der aktuelle Weg in der Bundesliga keinesfalls katastrophal sei und ein Heimsieg gegen St. Pauli einen wichtigen Schritt bedeuten würde – sowohl tabellarisch als auch für das Selbstverständnis des Teams.
Mit Blick auf die Champions League sieht Toppmöller trotz Rückschlägen vor allem positive Aspekte: „Aber ich bevorzuge es, auch nächstes Jahr gegen diese Top-Teams zu spielen und nehme dafür die eine oder andere Niederlage in Kauf. Es ist für uns so ein riesengroßer Mehrwert, auch wenn es sich emotional erstmal nicht so anfühlt, wenn man verliert. Aber da kann man trotzdem so viele Dinge mitnehmen.“ Entscheidend sei, auf dem Platz die passende Antwort zu geben.
In der aktuellen Phase fehlt der Eintracht eine klare Achse im Team. Das liege teils daran, dass erfahrene Spieler wie Mario Götze, Ellyes Skhiri und Rasmus Kristensen Teile der Saison verpasst haben. Auch Robin Koch, der zuletzt formschwach wirkte, bleibt ein Thema. Toppmöller dazu: „Wenn man sieht, mit welcher Konstanz er in seinen ersten beiden Saisons performt hat, dann ist es vielleicht nicht schön, dass er im Moment nicht da rankommt. Aber am Ende ist es auch menschlich.“ Einen Zusammenhang mit seiner neuen Rolle als Kapitän schließt Toppmöller allerdings aus.
Vor dem Duell mit dem „unangenehmen“ FC St. Pauli erwartet Toppmöller eine „brutal harte Nuss“. Der Fokus liege darauf, die eigene Aggressivität und Qualität auf den Platz zu bringen. Die Mannschaft müsse von Beginn an „mit einer geilen Aggressivität“ ins Spiel gehen, was zuletzt nicht immer über die volle Distanz gelang.
Dabei sieht Toppmöller die Aufgabe, auch bei Rückschlägen schnell zu reagieren. „Die Aggressivität war ja von Anfang an da. Es geht darum, wenn sich ein Spiel vielleicht nicht in unsere Richtung entwickelt, trotzdem eine Reaktion zu zeigen. Dass wir das können, haben wir schon oft genug bewiesen.“ Das Team müsse sich mit Energie und Intensität selbst ein gutes Gefühl verschaffen – etwa durch gewonnene Zweikämpfe oder frühe gefährliche Aktionen.
Personell gibt es im Vergleich zum Liverpool-Spiel keine Veränderungen: Elias Baum und Oscar Höjlund fehlen weiterhin verletzungsbedingt, der restliche Kader steht zur Verfügung. Ob und wie stark Toppmöller angesichts der Belastung durch Champions League und das bevorstehende Pokalspiel gegen Dortmund rotieren wird, ließ er offen. Rasmus Kristensen bleibt trotz seiner Verletzungspause eine Option für die Startelf.





