Schuster verblüfft alle: Goldene Trophäe erhalten – doch kein persönlicher Schrein!
Am Donnerstag wurde Julian Schuster vom Kicker als Trainer des Jahres 2025 ausgezeichnet, eine Ehrung, die der Freiburger Coach mit bemerkenswerter Bescheidenheit entgegennahm. Er erklärte, dass der Preis bei ihm privat keinen besonderen Platz einnehmen werde, da ihm persönliche Trophäen weniger wichtig seien. Schuster betonte: „Für mich ist das eine Auszeichnung für uns als Verein.“ Der Trainer hob besonders sein Team, die Mitarbeiter und die Fans hervor, deren Offenheit ihm den Einstieg in die neue Rolle erleichtert habe.
Schuster erzählte, dass ein Spruch aus seinem täglichen Newsletter seinen Umgang mit der Auszeichnung beeinflusst habe: „Nimm dich persönlich nicht so wichtig“, stand dort – ein Leitsatz, den Schuster als passend für seine Situation empfand. Er betonte, dass er zu Hause keine Erinnerungsstücke an seine Karriere aufbewahre und keinen Schrein für solche Auszeichnungen benötige.
Die Entscheidung, den Pokal nicht privat auszustellen, begründete er mit der Verantwortung gegenüber seiner Familie. Schuster erklärte: „Ich finde es wichtig, das auch zu relativieren. Wir haben ja zu Hause auch eine gewisse Verantwortung gegenüber unseren Kindern.“ Stattdessen könne ein Ort im SC-Umfeld oder das Vereinsmuseum zur Aufbewahrung dienen.
In sportlicher Hinsicht gelang Schuster in seiner Debütsaison als Cheftrainer ein beachtlicher Erfolg: Er führte Freiburg auf den fünften Tabellenplatz und damit direkt in die Europa League, verpasste aber die erstmalige Champions-League-Qualifikation nur knapp. Damit ist er nach seinem Vorgänger Christian Streich, der 2022 ausgezeichnet wurde, der zweite Freiburger, der diesen Titel erhält.
Ein bewegender Moment war auch die Gratulation von Nils Petersen, Freiburgs Rekordtorschütze. Schuster reagierte erstmals öffentlich auf Petersens Glückwünsche: „Ich habe über meine Frau davon erfahren, die gesagt hat, sie findet das eigentlich ganz gut, welche Worte der Nils immer wieder wählt. Dann habe ich das dann auch nachgelesen und kann sie nur bestätigen, dass Nils da immer sehr nette, warme, empathische Worte findet.“ Die beiden verbindet eine gemeinsame Zeit beim SC, in der sie sich ein Zimmer teilten und viele Erlebnisse teilten.
Petersen hatte in seiner Kolumne geäußert, dass Schuster mit so viel Lob möglicherweise nicht gut umgehen könne. Schuster räumte ein, dass er sich noch nicht bei Petersen persönlich bedankt habe: „Er weiß, was er mit seinen Worten dann auch bei mir auslöst und er weiß es auch einzuschätzen, dass ich mich persönlich bei ihm noch nicht bedankt habe.“ Wie er sich erkenntlich zeigen werde, ließ Schuster offen.
Auch gegenüber seinem Trainerteam denkt Schuster darüber nach, wie er seine Wertschätzung ausdrücken könnte: „Um ehrlich zu sein, habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht, aber das ist ein netter Hinweis, dass ich mir definitiv noch was überlegen darf, um die komplette Wertschätzung weiterzugeben,“ sagte er auf die Frage nach einer möglichen Essenseinladung.
Nach der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Auftakt gegen Augsburg wurde Schuster schließlich im Stadion die goldene Trophäe von Kicker-Reporter Carsten Schröter-Lorenz überreicht. Er zeigte sich beeindruckt vom Pokal, der an den Ballon d’Or erinnert, und verstaute ihn aus Vorsicht schnell wieder. Bei der Wahl, durchgeführt vom Kicker und dem Verband Deutscher Sportjournalisten, erhielt Schuster 97 Stimmen und setzte sich damit vor Horsten Steffen und Hansi Flick durch.





